Matthäus 27

Matthäus 27

Der dunkelste Tag

Um nochmal die Frage von Gestern aufzugreifen: Was machst du aus der Situation? Was hättest du an Jesus stelle getan?

Stell dir einmal vor, du hättest diesen Tag miterlebt. Der Tag der Kreuzigung. Der dunkelste Tag in der Geschichte der Menschheit? Was hättest du getan?

Die Priester waren noch nicht zufrieden. Sie haben Jesus zwar gefangen genommen, aber sie wollten noch mehr: Sie wollten seinen Tod.

Judas war ebenfalls vor eine Frage gestellt: Soll ich mein Leben lang mit dieser Schuld leben? Kann ich das Geld behalten? Er entschied sich, sich das Leben zu nehmen.

Pilatus stand vor der Entscheidung, Jesus zu töten oder freizulassen. Er lies sich von der Menschenmenge hinreisen die eine deutliche Entscheidung traf.

  • Jeder von uns trifft Entscheidungen – Ist dir das Ausmaß deiner Entscheidungen bewusst?

Und Jesus?

Jesus lies alles über sich ergehen. Er lies sich verspotten, er lies Unwahrheiten über sich aussprechen. Er lies sich demütigen. Ganz gleich was er gesagt hätte, sie hätten ihm ja doch nicht geglaubt. Sie misshandelten ihn aber er wehrte sich nicht. Er hätte mit einem Wort tausend Engeln rufen können die ihn beschützt hätten. Aber es war Gottes Willen und Plan, dass er leiden sollte. Er stieg auch nicht vom Kreuz hinab, auch wenn er es hätte tun können.

Müssen wir über das Kreuz reden?

Das Kreuz war ein furchtbares Folterinstrument. Durch die ausgestreckten Arme befand der gekreuzigte sich in einer Haltung, durch welche er früher oder später sicher erstickte. Die ganze Wartezeit bis dorthin war zudem mit fürchterlichen Schmerzen verbunden.

Warum machen wir ein so großes Thema daraus, wie Menschen gefoltert wurden? Warum haben wir ein Folterinstrument zu unserem Glaubenssymbol gemacht?

Können wir nicht einfach über Gottes Liebe reden und solche Gruselgeschichten über das Kreuz beiseitelegen?

Es ist interessant, dass diese Frage keineswegs neu ist. Schon die Korinther befassten sich mit dieser Thematik: Müssen wir über das Kreuz reden? Und Paulus findet deutliche Worte:

Denn ich hatte beschlossen, bei euch nur über eines zu reden: Ich verkünde euch Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist. 

1. Korinther 2,2

Er redet davon, dass alle Menschen über das Kreuz lachen. Die Griechen lachen darüber, weil es ihnen unlogisch erscheint, wie ein Mann, der am Kreuz stirbt, die Sünden der Menschen tragen kann. Die Juden stören sich daran, dass Jesus nicht Gott sein kann. Sie alle fanden Gründe, weshalb die Geschichte vom Kreuz dumm sein muss. Aber Paulus ist sich absolut sicher, dass wir keine andere Botschaft haben als das Kreuz Jesu:

Wir dagegen verkünden Christus, den Gekreuzigten: Das erregt bei den Juden Anstoß und für die anderen Völker ist es reine Dummheit.

1. Korinther 1,23

Der große Prediger Charles Haddon Spurgeon brachte diese Thematik auf den Punkt, indem er sagte:

„Lass das Kreuz weg, und du zerstörst den Glauben an Jesus. Die Sühne durch das Blut Jesu ist nicht ein Arm der christlichen Wahrheit, es ist ihr Herzstück.“

Charles H. Spurgeon

Müssen wir über das Kreuz sprechen? Die Antwort lautet in aller Deutlichkeit: Ja, das Kreuz ist das Herz unseres Glaubens. Die Menschen müssen hören, was die Konsequenz ihrer Schuld ist. Das Kreuz ist es, was wir selbst verdient haben. Wie kann jemand sagen, er möchte über Gottes Liebe reden ohne das Kreuz? Am Kreuz zeigt sich Gottes liebe in der hellsten Leuchtkraft. Wo sonst hat Gott seine Liebe zu den Menschen unter beweist gestellt, wenn nicht am Kreuz?!

Ja, wir müssen und wollen über das Kreuz reden.

Gott zur Ehre hört die Geschichte aber beim Kreuz nicht auf. Dazu morgen mehr.

Vorheriger
Matthäus 26
Nächster
Matthäus 28

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Skip to content