Matthäus 10

Matthäus 10

Am Ende des letzten Kapitels sagte Jesus zu seinen Jüngern, dass die Ernte groß ist, aber es zu wenige Arbeiter gibt. Das bedeutet, dass es viele Menschen gibt, die das Evangelium hören müssen, aber nur wenige, die es verbreiten. Deshalb sollten sie beten, dass Gott mehr Arbeiter/Mitarbeiter sendet.

Das Kapitel 10 setzt genau dort an. Jetzt geht es darum, dass Jesus die Arbeiter, die ihm zur Verfügung stehen, losenden, das Evangelium zu verkünden.

Der Auftrag

In den Versen 5-15 erklärt Jesus seinen Jüngern, was genau sie tun sollen.

Als Jesus in Kapitel 4 einige seiner Jünger aufforderte, ihm nachzufolgen, versprach er ihnen, dass er sie zu „Menschenfischern“ machen würde. Dieser Tag ist jetzt gekommen.

Sie bekommen den Auftrag, zu den Menschen von Israel zu gehen.

Israel war das Volk, zu dem Jesus und seine Jünger selbst gehörten. Sie würden also zunächst zu ihren eigenen Leuten sprechen. Das waren die Leute, mit denen Jesus Mitleid hat, weil er sah, wie verloren und zerstreut sie waren.

Erst in Kapitel 28 sendet er seine Jünger zu den Menschen aller Welt. Hier ist die Sendung noch auf Israel beschränkt.

Die Aufgabe die sie haben lautet: „Geht hin, verkündet und sprecht…„. Der Inhalt ihrer Worte sollte sein: „Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ Aber was sollen die Leute tun, wenn sie es hören? Zu Beginn des Markusevangelium lesen wir, wie Jesus spricht:

Jesus [kam] nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! 

Markus 1,14-15

Die Jünger sollen durch diesen Auftrag lernen, im Vertrauen auf Gott zu leben. Sie sollen kein Proviant und Geld mitnehmen, sonder damit rechnen, dass sie versorget werden. Gott wird sie zu Menschen senden, die sie freundlich aufnehmen. Wenn sie dann in deren Haus kommen, sollen sie den Menschen den Friedensgruß zusprechen. Damals war es üblich, zur Begrüßung „Slalom“ (Friede sei mit dir) zu wünschen.

Ablehnung und Leid

In den folgenden Versen erklärt Jesus seinen Jüngern ganz detailliert, worauf sie sich einstellen müssen.

Sie sollen sich keine falsche Illusion ausdenken, als ob es eine einfache Aufgabe sei. Im Gegenteil: Sie sind wie Schafe unter Wölfen der Gefahr ausgesetzt. Sie werden abgelehnt, verfolgt und müssen leid aushalten.

Was sind die genannten Herausforderungen?

  • Sie werden Angeklagt und vor Gericht gestellt (Vers 17)
  • Sie müssen damit rechnen, gehasst zu werden (Vers 22)
  • Manche wollen sie töten (Vers 21)
  • Obwohl sie im Auftrag Gottes unterwegs sind, werden manche Leute behaupten, sie seien vom Teufel (Vers 25)

Eine Aussage von Jesus bringt Fragen mit sich:

Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!

Matthäus 10,34

Was bedeutet das? Jesus will, dass seine Jünger sich der Auswirkungen ihres Dienstes bewusst sind. Das macht er dadurch deutlich, dass er klar macht: Hier auf der Welt wird es keinen Frieden geben. Ich bin nicht gekommen, um irdischen Frieden zu bringen. Ich werde Frieden zwischen Gott und den Menschen herstellen. Aber auf dieser Erde wird es keinen Frieden geben. Frieden gibt es nur dort, wo die Menschen Gott gehorsam sind – solange das nicht der Fall ist, gibt es keinen Frieden. Punkt.

Es ist sogar das Gegenteil der Fall: Dort wo das Evangelium verkündet wird, gibt es Streit, weil die Menschen es ablehnen.

Aber was hat die Verkündigung des Evangeliums mit einem Schwert zu tun? Gibt Jesus seinen Jüngern hier den Auftrag, das Evangelium mit Gewalt zu verkünden? Nein, das widerspricht allem was er sonst lehrt. Das Schwert muss sinnbildlich verstanden werden. Hier ein paar Verse, in denen ebenfalls ein Schwert vorkommt:

  • Epheser 6,17: „und nehmt auch […] das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist…“
  • Hebräer 4,12: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert…“
  • Offenbarung 19,15: „Und aus seinem [Jesus] Mund geht ein scharfes Schwert hervor…“

In allen diesen Versen wird das Wort Gottes, bzw. das Wort Jesu (das Schwert, dass aus seinem Mund kommt) als Schwert bezeichnet. Gottes Wort ist die einzige Waffe die die Jünger aber auch wir haben um die Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.

Merke dir: Gottes Wort ist alles, was wir brauchen.

Vorheriger
Matthäus 9
Nächster
Matthäus 11

0 Kommentare

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Skip to content